TUW Heroes – Trends up west 2026
Dr. jaglas
„Genuss ist eine
wichtige Triebfeder für mich.“
Interview mit Dr. Christina Jagla, Gründerin von Dr. Jaglas.
Vom mittelalterlichen Kloster-Elixier bis zum alkoholfreien Glühwein auf Riesling-Basis: Bei Dr. Jaglas treffen jahrhundertealte Rezepturen auf moderne Getränke-Genusskultur. Während die Familienapotheke ihre Wurzeln im Bergischen Land hat, treibt Apothekerin Dr. Christina Jagla von Berlin aus die Weiterentwicklung ihrer vor zehn Jahren gegründeten Lifestyle-Marke voran. Im Gespräch erklärt sie, warum Genuss für sie weit mehr ist als nur ein Getränk.
Liebe Christina, wofür steht Dr. Jaglas?
Dr. Christina Jagla:
Wir sind eine Marke für Genuss, Gesundheit und Wellbeing – mit alkoholfreien Aperitifen und hochprozentigen Kräuter-Elixieren, die wir bis heute in unserer Familienapotheke im Bergischen Land entwickeln und zum Teil auch dort produzieren. Auch die Qualitätskontrolle findet weiterhin in unserer Apotheke statt.
Wie weit reicht die Firmengeschichte zurück?
Dr. Christina Jagla:
Ich bin inzwischen die dritte Generation. Mein Großvater hat die Apotheke gegründet, mein Vater hat sie weiterentwickelt. Das Rezept unserer Klosterrezeptur – ein hochprozentiger Magenbitter mit dem Namen Kloster-Elixier – reicht sogar bis ins 15. Jahrhundert zurück. Die verwendeten Bitterkräuter wuchsen einst in Klostergärten und wurden besonders nach reichhaltigen Mahlzeiten konsumiert. Dieses Rezept ist seit Jahrzehnten in unserem Familienbesitz und wurde gehütet und weiterentwickelt.
Der Firmensitz ist aber in Berlin?
Dr. Christina Jagla:
Ja, die Dr. Jaglas GmbH ist eine Ausgründung, die wir vor zehn Jahren in Berlin auf den Weg gebracht haben und um die ich mich heute größtenteils kümmere. Mein Vater Helmut hat in der Anfangszeit noch sehr intensiv mitgearbeitet. Inzwischen ist er 80 Jahre alt, führt aber weiterhin eigenständig die Apotheke und entwickelt nach wie vor neue Produkte für uns. Aktuell tüftelt er an einem alkoholfreien Vermouth.
Was hast du von deinem Vater gelernt und was machst du anders als er?
Dr. Christina Jagla:
Mein Vater ist klar der Forscher und Entwickler. Er kann nachts um zwei noch an irgendeiner Rezeptur sitzen und alles um sich herum vergessen. Auch ich habe ein großes Verständnis für die Entwicklung der Rezepturen, aber meine Stärken liegen eher darin, unsere einzigartigen Produkte nach außen zu vertreten.
Gibt es ein Signature-Produkt von euch?
Dr. Christina Jagla:
Ja, ganz eindeutig unser Artischocken-Elixier. Das hat mein Vater in den 1970er Jahren entwickelt und damit ist im Prinzip die moderne Geschichte von Dr. Jaglas gestartet. In diesem Produkt steckt sehr viel von dem, wofür wir stehen: Sympathie, Qualität, Geschmack, Gesundheit, Achtsamkeit und vielleicht auch eine Prise Mystik.
Interessant war dann, dass wir während der Lockdowns damit begonnen haben, alkoholfreie Aperitifs zu entwickeln und zu vermarkten. Das war schon ein ziemlicher Turnaround, aber beides zusammen hat funktioniert. Mit unserem alkoholfreien Hibiskus Spritz waren wir vermutlich die Ersten, die das Segment der alkoholfreien Aperitifs geprägt haben.
Und was steht als Nächstes auf dem Programm?
Dr. Christina Jagla:
Tatsächlich werden wir auf der TRENDS UP WEST eine Neuheit zeigen, an der wir lange gearbeitet haben: zwei alkoholfreie Glühweine auf Rieslingbasis. Im vergangenen Jahr waren wir damit zur TRENDS UP WEST leider noch nicht so weit, aber jetzt ist bei uns also schon ein bisschen Weihnachten im Juni.
Du bist ein Fan der TRENDS UP WEST?
Dr. Christina Jagla:
Ja, absolut. Zum einen bin ich generell ein Fan von Messen. In Düsseldorf ist die Atmosphäre aber besonders. Das führt zu sehr guten Gesprächen.
Ihr habt immer wieder das Gespür, etwas Neues zu erschließen. Woher kommt das?
Dr. Christina Jagla:
Das liegt schon daran, dass uns die Nähe zum Kunden extrem wichtig ist. Damit meine ich ausdrücklich auch die Händlerinnen und Händler. Der Austausch – insbesondere auf Messen – ist für uns enorm wertvoll. Deshalb sind wir auf so vielen Veranstaltungen unterwegs, von der OMR bis natürlich zur TRENDS UP WEST.
Wir können Impulse aus den Gesprächen sehr schnell aufnehmen. Mit fünf Mitarbeitenden sind wir ein Lean Start-up und können neue Ideen relativ zügig umsetzen.
Könntet ihr euch auch vorstellen, außerhalb des Getränkesegments Produkte zu entwickeln?
Dr. Christina Jagla:
Ja, unbedingt. Der gesamte Kosmetikbereich interessiert mich sehr und ich glaube, dass das gut zur Marke passen würde. Wichtig ist nur, dass wir uns immer im Premiumsegment bewegen – egal in welchem Bereich.
Hättest du dir den Weg einfacher vorgestellt?
Dr. Christina Jagla:
Ich glaube, dadurch, dass wir nicht auf ein einzelnes Produkt oder ein einzelnes Getränkesegment gesetzt haben, waren wir immer ein bisschen flexibler unterwegs. So konnten wir auch einmal einen schlechter laufenden Artikel ausgleichen und waren nocht abhängig von Bestsellern.
Das gilt auch preislich. Wir haben die Dry-Gin-Seng-Flasche für 70 Euro, aber auch den Mitnahme-Mini-Gin für vier Euro. Das macht uns recht wendig. Deshalb sind wir heute in vielen Vertriebskanälen präsent – vom Delikatessengeschäft über Kaufhäuser und Concept Stores bis hin zu Manufactum, Gartenfachmärkten oder dem Buchhandel.
Was macht dir Spaß im Leben – einmal abgesehen von Dr. Jaglas?
Dr. Christina Jagla:
Ein bisschen Berufung ist das schon, denn Genuss ist eine wichtige Triebfeder für mich. Ich koche gern, gehe gern essen und experimentiere mit neuen Geschmäckern – gerade zum Beispiel mit dem ganzen Yuzu-Trend. Auch im Urlaub fahre ich nicht immer an denselben Ort, sondern entdecke gern Neues. Ich bin ein neugieriger Mensch.
Wo möchtest du Dr. Jaglas in zehn Jahren sehen?
Dr. Christina Jagla:
Natürlich wollen wir weiter wachsen – im Sortiment und auch in der Unternehmensgröße. Aktuell sehen wir zum Beispiel noch viel Potenzial in Österreich und der Schweiz. Außerdem beobachten wir, dass sich zusätzliche Sichtbarkeit im Handel direkt positiv auf die Nachfrage auswirkt und sich die Produkte besser verkaufen.
Wenn man mich aber nach einem wirklichen Ziel fragst, dann wäre das für mich, noch mehr Wahrnehmung zu erreichen und zum geflügelten Wort für ein Produkt zu werden – am besten natürlich für unser Artischocken-Elixier. (Lacht)
Wenn jemand im Restaurant einen Dr. Jaglas Digestif bestellt, dann haben wir wirklich etwas geschafft. Aber man muss ja noch Ziele haben. Darauf arbeiten wir kontinuierlich hin.
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Dr. Christina Jagla, Gründerin von Dr. Jaglas.